Transport

Transport

Tansportmanagement und Transportkonzept der CLARC Infinity Plattform

Das Transportmanagement in der CLARC Infinity Plattform bildet das zentrale Rückgrat zur systematischen, nachvollziehbaren und konsistenten Übertragung von Konfigurationsdaten und Customizing-Objekten zwischen den verschiedenen Systemstufen eines Mandanten. Es dient der Sicherstellung, dass alle Änderungen kontrolliert und dokumentiert erfolgen – unabhängig davon, ob sie technischer, fachlicher oder organisatorischer Natur sind.


1. Systemlandschaft (Mandantenstruktur)

Jeder Mandant verfügt standardmäßig über eine dedizierte Systemlandschaft bestehend aus folgenden Umgebungen:

System

Zweck

System

Zweck

Development

Entwicklung, Konfiguration, Customizing

Test

QS, Abnahme und Integrationstests

Productive

Produktiver Betrieb

Sandbox

Freie Umgebung für Tests und Experimente

Training

Schulungssystem mit Echtnähe

1.1 Datenarchitektur und Speichertrennung

Ergänzend zur funktionalen Trennung der Mandantenlandschaft in Development, Test, Productive, Sandbox und Training erfolgt auch eine technische Trennung der zugrunde liegenden Datenhaltung. Jeder Mandant verfügt über eine eigenständige, logisch isolierte Datenbankinstanz, um maximale Datensicherheit, Mandantentrennung und Skalierbarkeit zu gewährleisten.

Strukturierung der Datenebene

Die Plattform unterscheidet dabei zwischen zwei zentralen Speicherbereichen:

Bereich

Beschreibung

Bereich

Beschreibung

Datenbank

Hier werden alle konfigurierbaren Systemdaten abgelegt, z. B. Businessobjekte, Benutzer, Workflows, Customizing-Elemente, Logs, Transaktionen und Statusinformationen. Die Daten liegen relational in einer mandantenspezifischen Datenbankstruktur vor.

BLOB-Speicher

Binärdaten wie Dokumente, Bilder, OCR-Ergebnisse oder Konvertierungsausgaben werden in einem separaten, performanten Objektspeicher (Blob Storage) verwaltet. Dieser ist ebenfalls mandantenspezifisch segmentiert.

Diese Trennung erlaubt eine optimierte Verarbeitung und Skalierung, da strukturierte Daten und Massendaten (z. B. Scans, PDF-Dateien) unabhängig voneinander gespeichert und ausgelagert werden können – z. B. in cloudbasierte Speicher, Netzlaufwerke oder hochperformante Datencontainer.

Vorteile dieser Architektur

  • Mandantentrennung auf Datenebene: Keine Vermischung von Systemzuständen, Konfigurationen oder Dokumenten

  • Skalierbarkeit und Performance: Datenbanklast und Dateispeicherung werden getrennt skaliert

  • Sicherheits- und Backup-Konzept: sind granular auf diesen Ebenen angewendet


2. Transportkonzept – Ablauf und Prinzipien

2.1 Standardprozess: Transportkette

Der typische Ablauf bei der Überführung neuer Prozesse oder Anpassungen verläuft in folgender Reihenfolge:

Development → Test → Productive

  • Development: Einrichtung und Entwicklung neuer Prozesse

  • Test: Prüfung, Qualitätssicherung, Integrationstests

  • Productive: Freigabe und Inbetriebnahme für Endanwender

2.2 Transportwege

Die Transportziele und -quellen sind je System frei definierbar. So kann z. B. das Testsystem übersprungen werden, falls gewünscht (nicht empfohlen):

  • Beispiel: Development → Productive (bei dringenden Hotfixes)

  • Auch Importe von externen Quellsystemen sind möglich (z. B. Partner-Mandant oder Vorlage-Mandant)


3. Transportarten

3.1 Systeminterner Transport

  • Direkt über die Transportfunktion zwischen den konfigurierten Zielsystemen

  • Unterstützt Standardobjekte, Benutzerdefinierte Objekte, sowie Benutzer- und Gruppeninformationen

3.2 Export/Import über Datei

  • Transporte können als Datei exportiert werden

  • Import in andere Mandanten möglich (z. B. Migration, Mandantenkopien)

  • Pro Transport ist konfigurierbar, in welche Zielsysteme ein Import erlaubt ist (White-List)


4. Objektarten im Transport

Objekttyp

Transportfähig

Besonderheiten

Objekttyp

Transportfähig

Besonderheiten

Customizing-Objekte

inkl. Transaktionen und Historie

Benutzer / Gruppen

Technisch möglich, aber empfohlen ist die lokale Verwaltung

Systempfade unter /CLARC/BPI/

🟡

Nur "Customizing-Hülle" (Node), keine Konfigurationen wie z. B. ERP-Verbindungen

ERP- oder Drittsystem-Verbindungen unterscheiden sich je System (z. B. abweichende URLs, Credentials) und müssen lokal im Zielsystem gepflegt werden.


5. Change Lock & Change History

5.1 Change Lock

  • Pro System konfigurierbar

  • Verhindert Änderungen an Customizing-Objekten außerhalb von Transportvorgängen

  • Standardmäßig im Produktivsystem aktiv

  • Sicherstellung konsistenter Zustände über alle Umgebungen

5.2 Change History

  • Aktivierbar je System

  • Alle Änderungen an Customizing-Objekten werden in Transaktionen aufgezeichnet

  • Ermöglicht:

    • Rollback auf frühere Stände

    • Vergleich von Versionen

  • Einsicht über:

    • Zugehörige Transporte

    • Kontextmenü des jeweiligen Customizing-Objekts


6. Steuerung und Nachvollziehbarkeit

  • Jeder Transport wird systemseitig protokolliert

  • Informationen enthalten:

    • Zeitpunkt

    • Quelle & Zielsystem

    • Inhalt / Objekttypen

    • Benutzer

  • Rückverfolgbarkeit über Change Logs und Transaktionsverweise


7. Simulation von Transporten (Pre-Check)

Vor dem tatsächlichen Transportvorgang bietet die CLARC Infinity Plattform eine Simulationsfunktion, mit der der gesamte Transport trocken durchgespielt werden kann, ohne dass Änderungen am Zielsystem vorgenommen werden.

Zweck der Simulation

  • Validierung der Transportinhalte

  • Prüfung auf Konflikte, Inkonsistenzen oder Versionsprobleme

  • Ermittlung der betroffenen Objekte, Abhängigkeiten und Systemreaktionen

  • Vorschau der entstehenden Logmeldungen und Systemaktionen

Ergebnis der Simulation

Die Simulation erzeugt ein detailliertes Logprotokoll, das unter anderem folgende Informationen enthält:

Typ

Beschreibung

Typ

Beschreibung

Objekttypen

Welche Objekte im Zielsystem betroffen wären

Versionskonflikte

Hinweis bei Downgrade oder abweichenden Zeitstempeln

Abhängigkeitsfehler

Falls verknüpfte Objekte fehlen

Gültigkeit

Prüfung, ob Zielsystem für Import freigegeben ist

Sperrstatus

Prüfung auf aktiven Change Lock

Customizing-Konflikte

Differenzen bei systemabhängigen Einstellungen


8. Transportoptionen

Bei der Anlage eines Transports kann die Option Include Metadata gesetzt werden. Dies führt dazu, dass Objekt-Informationen wie Beschreibung und Icons mit transportiert werden.

Beim tatsächlichen Transport können drei erweiterte Optionen gesetzt werden, um abweichende Anforderungen oder Sonderfälle abzudecken:

Option

Beschreibung

Option

Beschreibung

Allow Downgrade

Erlaubt das Einspielen von älteren Objektversionen als jene, die im Zielsystem bereits vorhanden sind. Standardmäßig verhindert das System Downgrades zum Schutz vor Datenverlust.

Overwrite

Überschreibt vorhandene Objekte im Zielsystem auch dann, wenn keine Versionierungskonflikte vorliegen. Sinnvoll bei bewusst redundanten Deployments.

Force

Erzwingt den Transport unabhängig von Change Locks, Systemfreigaben oder Gültigkeitsprüfungen. Diese Option sollte ausschließlich für Notfälle verwendet werden und ist standardmäßig deaktiviert.

Wichtig: Der Einsatz von Allow Downgrade und Force sollte sorgfältig geprüft und nur nach Rücksprache mit dem verantwortlichen Systembetreuer erfolgen.


9. Best Practices

Thema

Empfehlung

Thema

Empfehlung

Benutzer- und Gruppenverwaltung

Lokal im Zielsystem pflegen

ERP-Verbindungen (z. B. RFC-Settings)

Im Zielsystem neu konfigurieren

Produktivsystem

Immer mit aktiviertem Change Lock arbeiten

Rücksicherung

Change History aktivieren, regelmäßige Snapshots exportieren

Tests vor Produktivsetzung

Transporte zuerst in Testsystem prüfen (CI/CD Prinzip)


10. Fazit

Das Transportmanagement der CLARC Infinity Plattform stellt eine strukturierte, nachvollziehbare und sichere Methode zur Übertragung von Customizing und Konfiguration dar. Es unterstützt agile Entwicklungsprozesse ebenso wie hochregulierte Betriebsumgebungen. Durch Features wie Change Lock, Historisierung und systemübergreifende Transportwege wird ein kontrollierter und dokumentierter Lebenszyklus von Prozessen und Konfigurationen sichergestellt – über alle Systemebenen hinweg.